Beladen:

Wohnwagen:
Schwere Dinge in Achsnähe und unten verstauen. Nichts aufs Dach laden, auch keine Surfbretter oder Boote, die gehören auf das Autodach. Auch Fahrräder sind besser auf dem Autodach aufgehoben als auf der Wohnwagendeichsel, wo sie verdrecken und beim Rangieren sehr stören können
Deichsellast bis maximal zulässig ausnutzen, also 50 bis 75 Kg je nach Typ und Zugwagen in keinem Fall 0 oder gar minus.
Luftdruck kalt in den Anhängerrädern 3,5 Bar (dreikommafünf, kein Druckfehler!). Nicht weniger, auch wenn es im Handbuch drinsteht. Keine Angst, die Reifen platzen eher bei zu wenig Luftdruck.
Empfehlenswert, die üblichen "Sekunda-Reifen" mit Geschwindigkeitsbeschränkung gegen vollwertige Serienreifen (bis 160 km/h zulässig) austauschen. Wenn Sie das beachten, brauchen Sie für den Anhänger kein Reserverad.

Zugwagen:
Schwere Dinge soweit möglich vorne und unten verstauen. In keinem Fall überladen!! Deichsellast zur Zuladung dazu rechnen.
Luftdruck kalt im Zugwagen auf volle Zuladung einstellen, in der Hinterachse eher noch 0,2 Bar mehr.

Fahren:

Allgemein:
Gänge volle Drehzahl ausfahren. Nicht Schleichen, 80 km/h sind in Deutschland erlaubt und der Tacho zeigt immer etwas zuviel an. Lenkrad ruhig halten, kleine Schwankbewegungen zulassen und nicht ständig korrigieren wollen.

Bremsen:
Vor jeder Urlaubsfahrt und nach längerem Stehen des Anhängers mit ihm auf einer verkehrsfreien Nebenstraße eine Vollbremsprobe machen. Aussteigen und an den Bremsspuren kontrollieren, ob beide Seiten gebremst haben. Einseitiges Bremsen des Anhängers merkt man beim Fahren nicht, der Anhänger bricht auch nicht aus, nur der Bremsweg wird unangenehm länger!.

Das rechte Wohnwagenrad bremst nicht, trotzdem bricht der Anhänger nicht aus.

Nach längerem Stehen des Hängers (Winter) hilft es meist, mit der leicht angezogener Anhängerhandbremse auf einer verkehrfreien Nebenstraße die Bremse mit einigen hundert Metern frei zu fahren. Wenn das nicht hilft: Werkstatt!!

Spiegel:
Die zusätzlichen Anhängerspiegel genau einstellen.
Die Autorückspiegel kann man dann so einstellen, dass man die Anhängerräder im Blickfeld hat.

Pendeln:
Falls der Anhänger doch mal ins Pendeln kommen sollte oder gar in einer Kurve "aufsteigt": Sofort kräftig bremsen, notfalls durchblockieren, dabei Lenkrad geradeaus festhalten, nicht Gegenlenken, das verstärkt das Pendeln. Bremse vor Stillstand unbedingt wieder lösen. Auf keinen Fall, was eine uralte falsche Regel weis machen wollte, Gas geben "um den Zug zu strecken". Das funktioniert nicht und macht die jeweilige Situation nur gefährlicher.
 Die Märe berichtet davon, dass der "schleudernde" Anhänger den Zugwagen seitlich überholt und nach vorne kommt. Das ist falsch.

Nach dem Schleuderunfall steht das Zugfahrzeug entgegen der Fahrtrichtung.

Selbst aus dieser Situation kann man sich durch beherztes Bremsen noch retten.

Beim Pendeln bewegt sich das ganze Gespann gegenläufig (was das Gegenlenken unmöglich macht) und im Grenzfall verliert der Zugwagen die Stabilität und schleudert gegen die Fahrtrichtung nach hinten, der Anhänger bleibt in Fahrtrichtung.

Wenn am Anhänger ein Reifen platt wird, merkt man das nur am höheren Fahrwiderstand, selten tritt leichtes Pendeln oder "Schwimmen" auf. Auch hier hilft Lenkrad festhalten und Bremsen, in diesem Fall gefühlvoll.

Kurven:
Bei üblichen Kurvenradien in Fahrt läuft der Anhänger sauber hinter dem Zugwagen und es ist nicht notwendig vor den Kurven seitlich auszuholen. Beim Rangieren in engen Radien immer langsam noch unter Schrittgeschwindigkeit fahren. Dabei allerdings kann der Anhänger deutlich weiter innen laufen.

Überholen:
Besonders unangenehm ist es, wenn man von einem Omnibus auf der Autobahn überholt wird. (Welcher umnebelter Verkehrstheoretiker hat diesen gefährlichen Vehikeln nur die 100 km/h erlaubt??) Ihre geschlossene Seitenwand erzeugt einen nicht zu unterschätzenden Sog, der den Anhänger kräftig anzieht um ihn dann nach dem Passieren plötzlich loszulassen, was eine kräftige Pendelbewegung auslösen kann.

Also einzige Vorbeugung: Möglichst großer seitlicher Abstand.

Dazu gibt es einen Trick: Wenn der Omnibus hinten im Rückspiegel auftaucht, fährt man auf der eigenen Fahrbahn am linken Rand, worauf auch der Bus entsprechend weiter links fährt. Kommt es dann zum eigentlichen Überholvorgang weicht man sachte ganz auf die rechte Fahrbahnseite aus und schafft so einen ausreichenden seitlichen Abstand.
Fährt man nämlich gleich ganz rechts, kommt der dicke Bus auch ganz nach rechts und man hat keinen Ausweichspielraum mehr.

Selbst überholen sollte man nur, wenn es gar nicht mehr anders geht und nur wenn hinten alles frei ist.
Wohnwagenfahren heißt genießen! Also rechts bleiben und genügend Abstand halten.